Wie es dazu kam – Teil 2

mailVon daher – siehe Teil 1 – ist es zunächst mal meine ganz normale Arbeit mit Kindern. Da sie in kleinen Gruppen, geschützter Atmosphäre und mit Wertschätzung stattfindet, kommt das diesen Kindern sehr entgegen.

Es gibt zum einen das begleitete Malen. Das hat das ganz allgemeine Ziel der ganzheitlichen Entwicklungsförderung/Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder malen in einer kleinen Gruppe stehend an Malwänden. Sie haben dafür große Papierbögen (50×70 cm) und hochwertige Flüssigfarben zur Verfügung. Die Farben sind auf einer Palette in der Mitte des Raumes – jede Farbe hat einen eigenen kleinen Wassernapf und zwei eigene Pinsel. Das erfordert von den Malenden Absprachen, gegebenenfalls auch mal eine Nachfrage ‚Brauchst du den Pinsel noch lang?‘. Hier ist für mich schon ein erster Ansatzpunkt (um mal ein praktisches Beispiel zu bringen). Wenn ich sehe, dass ein Kind anscheinend auf einen Pinsel wartet und sich nicht traut eins der anderen Kinder deshalb anzusprechen, dann kann ich dieses Kind ansprechen und ihm meine Wahrnehmung spiegeln: „Du wartest auf den Pinsel für die Gelb?“. Dabei geht es mir zunächst einmal darum, ein ‚gesehen werden‘ zu vermitteln. Je nach Antwort und Situation geht es dann weiter damit, das Kind selbst eine Lösungsstrategie entwickeln und ausprobieren zu lassen. Das kann sein ‚ich warte geduldig bis ein Pinsel frei wird‘ oder ‚ich mach solange mit einer anderen Farbe weiter‘ oder auch ‚kann ich den Pinsel nach dir haben?‘. Das Kind soll eigene Wege finden und umsetzen, ich regle das nicht und greife nur bei grobem Fehlverhalten ein, wenn also zum Beispiel ein Kind den Pinsel weggenommen bekommt.

Für alle Kinder gilt, dass die Bilder der anderen nicht gewertet werden, weder im Positiven noch im Negativen. Es wird nicht gelobt, was immer wieder zu Irritationen bei Eltern führt. Das hat aber den Sinn, dass die Kinder so lernen, Anerkennung und Befriedigung rein aus ihrem eigenen Handeln zu ziehen und sich nicht von der Bestätigung anderer abhängig zu machen.

Wenn ein oder mehrere introvertierte Kinder in einer Gruppe sind, dann liegt ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit darin, diese Kinder wahrzunehmen und ihnen das auch zu zeigen. Sie nicht in ihrer Zurückhaltung untergehen zu lassen.

Für die Arbeit mit Speckstein gilt im Prinzip das Gleiche.

– Fortsetzung –

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